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Arbeiten auf Reisen – Mit dem Wohnmobil durch Kanada

546 Tage, 49.000 Kilometer, 10 Provinzen und zwei Territorien; mit einem 30 Jahre alten Wohnmobil quer durch Kanada (und ein wenig USA). Eine Geschichte von kargen Internetwüsten und optimistischen Gestrandeten. Von skurrilen und unerwartet freundlichen Begegnungen, und natürlich Bären.


Es begann alles mit der Sehnsucht danach, auszusteigen. In den Tag hineinleben und dabei die Welt entdecken, kurz: Eine Reise, die länger andauern sollte als nur 14 Urlaubstage in den Sommerferien. Doch wer soll das bezahlen? Ein Kompromiss musste her. Überall ploppte dieser Trendbegriff „digitale Nomaden“ auf.

Ortsunabhängig arbeiten und durch die Welt reisen. Oder in unserem Fall mit dem Wohnmobil durch Kanada. Dort arbeiten, wo andere Urlaub machen – nur mit weniger Arbeiten und mehr Reisen. So stellten wir uns das vor. Doch es kommt immer anders, als man denkt.

Mit Wohnmobil durch Kanada: Der Arbeitsplatz

Von Anfang an stand fest: Wir werden im Wohnmobil wohnen. Life on the road, ein richtiges Leben unterwegs. Unsere Destination: Der netter Nachbar der USA – Kanada!

Berge wie aus dem Bilderbuch, Seen so groß wie Meere, Regenwälder so alt wie unsere Zeit. Nicht zu vergessen: die endlosen Weiten. Wie man es von Nordamerika erwartet, fühlt sich auch in Kanada alles übergroß an. Breite Straßen, riesige Supermärkte, massenweise Superlative, aber vor allem hat man Platz. Auf 9984670 km² leben rund 36,5 Millionen Menschen, 3,6 Einwohner pro Quadratkilometer.

Der Großteil verteilt sich auf einen etwa 150 Kilometer breiten Streifen im Süden des Landes. Zum Vergleich: Deutschland zählt rund 83 Millionen Einwohner auf 357 578 km², das sind 232 Menschen pro Quadratkilometer – kein kleiner Unterschied.

Wir starten unsere Rundreise durch Kanada mit dem Wohnmobil in Quebec, weil die Flüge dorthin am günstigsten waren. Auch Autopreise, Steuern und Versicherungsgebühren fallen dort niedriger aus als in den westlicheren Provinzen. In Montreal, der Heimat des Musikgenies Leonard Cohen, beginnen wir unsere Autosuche.

Eigentlich wollen wir etwas Minimalistisches, Unauffälliges. Ein Fahrzeug, mit dem wir frei stehen und uns auch mal im Wald verstecken können. Am Ende kaufen wir einen hellbeigen Alkoven auf Basis eines Ford Econoline, 22 Fuß lang (ca. 6,50m) mit sechs Schlafplätzen, Baujahr 1986, mit Vergaser. Ungefähr 4,5 Tonnen schwer. Von wegen klein und unauffällig. Hier ist eben doch alles größer.

Innen ist der Camper super in Schuss. Das kitschig braune 80er Jahre Holzfurnier spricht uns sofort an und der VS-Motor blubberte bei der Testfahrt gleichmäßig vor sich hin. Alles funktioniert – das soll sich später jedoch ändern. Ausgestattet mit Heizung, Gasherd und Ofen, Dusche und Toilette, Frisch- und Abwassertanks, Versorgerbatterie und Generator, bietet unser neues Heim mit Büro viel mehr als wir brauchten.

An dem großen Küchentisch mit gepolsterter Sitzbank würde ich die nächsten 18 Monate arbeiten – oder draußen unter freiem Himmel. Wir sind euphorisch, nun kann das Abenteuer mit dem Wohnmobil durch Kanada endlich beginnen.

Von lnternetwüsten und ersten Hürden

Nahe Rigaud, Quebec: Unsere allererste Nacht Wildcampen in Kanada.

Ende März brechen wir auf gen Westen, wie schon so mancher vor uns. Es herrscht noch tiefster Winter. Willkommen in Kanada. Unsere erste Nacht in dieser neu gefundenen Freiheit verbringen wir an einer zugeschneiten Bootsrampe an einem zugefrorenen See in Ontario, kurz hinter der Grenze zu Quebec. Unser heller Camper versinkt optisch in der weißen Schneedecke dieses Winterwunderlandes.

Nahe der Provinzgrenze sprechen die Einwohner zwar überwiegend Französisch, aber wir kommen der englischsprachigen Welt langsam näher. An unserem Schlafplatz herrscht reger Betrieb; zwei Pickups stehen schon vor Ort und bis Mitternacht fahren immer wieder Autos an den Steg. Es scheint niemanden zu stören, dass wir dort wild campen, es klopft niemand an. Den Reiseteil des Lebens als Nomade hätten wir also schon einmal gemeistert. Genauso wie die erste Nacht unserer Rundreise mit dem Wohnmobil durch Kanada. Nun muss nur noch das mit dem Arbeiten von unterwegs klappen.

Als freiberufliche Texterin brauche ich nicht viel, denke ich. Einen Computer, ein paar Aufträge und ein bisschen Kreativität: Check. Fehlt nur noch das mobile Internet. Der Plan: eine SIM-Karte mit ein paar Gigabyte LTE-Datenvolumen besorgen. Mein Smartphone soll als Hotspot dienen. Ich habe ja schließlich nicht vor, Filme online zu streamen. Allerdings vergesse ich, dass Kanada groß ist, riesengroß. Außerdem agieren die einzelnen Provinzen und Territorien autonomer als deutsche Bundesländer. Und hier stolpern wir auch schon über die ersten Hürden auf unserem Abenteuer mit dem Wohnmobil durch Kanada.

Die großen Distanzen und unterschiedlichen Administrationen merkt man deutlich beim Thema Mobilfunk, denn nicht jedes Netz ist in jeder Provinz empfangbar, wie ich später schmerzlich feststellen muss. Mobiles Internet funktioniert oft nur in dicht besiedelten Gebieten. Nur in großen Städten läuft es wirklich gut.

Uns zieht es trotzdem in die kanadische Wildnis. Im Laufe unserer Reise mit dem Wohnmobil durch Kanada haben wir darum immer wieder schlechten bis gar keinen Empfang, auch über mehrere Tage hinweg. Wir sind also nicht ganz so frei wie gedacht und müssen neben unserem Hotspot immer wieder das WLAN in Bibliotheken, Tourismus-Informationen, auf Supermarkt-Parkplätzen und in Cafés nutzen, um einigermaßen arbeiten zu können.

Aber Not macht erfinderisch. Ich ziehe alle Register und lade bei jeder Bibliotheksrecherche ganze Webseiten und Informationsquellen als PDF herunter, um auch offline schreiben zu können. Dadurch ist es uns möglich, mehrere Tage autark zu campen.

Arbeiten unterwegs in Kanada

Hyder, Alaska: Unweit der kanadischen Grenze haben wir Bären beim Lachsfischen beobachtet.

Über die nicht immer idealen Arbeitsbedingungen sehe ich allerdings sehr gern hinweg, wenn ich mich an diese unglaubliche Reise erinnere. Viele Momente hätten wir nicht erlebt, wären wir nicht mit dem Wohnmobil gereist. In Nova Scotia in Kanadas Osten spaziert ein Schwarzbär etwa fünf Meter vor unserer Motorhaube an uns vorbei, während wir drinnen frühstücken. Seelenruhig stapft er seines Weges entlang.

Doch ich verpasse auch einiges aufgrund meines Arbeitslebens. Zwar versuche ich, meine „Work-Travel-Balance“ mit einer entsprechenden Routine auszubalancieren, aber das klappt nicht durchgängig.

Vier Stunden am Tag waren für Textaufträge und meine Promotion angedacht, den Rest der Zeit wollten wir draußen verbringen. Bei schlechtem Wetter arbeite ich auch mal den ganzen Tag, um dann bei Sonnenschein mehr Zeit für Wanderungen und Entdeckungstouren zu haben. Soweit der Plan für eine ausbalancierte Zeit auf unserem Wohnmobil-Trip durch Kanada.

Doch natürlich gibt es auch Tage, an denen ich mehr als meine vier Stunden arbeiten muss und wir den ein oder anderen Tagesausflug nicht realisieren können. Andersrum erlebe ich viel zu oft Momente, in denen ich mir lieber die unglaublichen Landschaften ansehe, als vorbildlich zu arbeiten. Dann ist Stress hintenraus vorprogrammiert.

Auf langen Strecken sitze ich oft vorn auf dem breiten Beifahrersessel oder hinten in der Dinette am Tisch und arbeite während der Fahrt. Leider habe ich das Lesen während der Fahrt noch nie gut vertragen. Spätestens in diesen Momenten verfluche ich die vermeintliche Romantik des digitalen Nomadenlebens. Es sind vor allem die ungewollten Überraschungen, die Zeit fressen.

Einmal werden wir von einem Blizzard überrascht und brauchen zehn statt drei Stunden zu unserem Ziel. Wir suchen uns regelmäßig stundenlang durch Baumärkte, weil wir etwas reparieren müssen. Insgesamt wird unser Wohnmobil in Kanada zweimal abgeschleppt und einmal in Alaska.

Jedes Mal warten wir mindestens 24 Stunden auf den Abschleppdienst. Dieser Trip brachte mir einiges über Entschleunigung und Zurücklehnen bei. Und er führte uns zu den freundlichsten Orten, deren hilfsbereite Bewohner wir andernfalls nie kennenge­lernt hätten.

In den USA stolpern wir zufällig über die Alabama Hills und finden eine wahnsinnig schöne Landschaft.

Gestrandet am Ende der Welt

Genau das passiert uns auch auf dem Dempster Highway. Wer mit dem Wohnmobil durch Kanada reist und kommt an der wellblechartigen Schotterstraße nicht vorbei. Der berühmte Highway führt von der Kreuzung des Klondike Highway nahe der Goldstadt Dawson City nach Inuvik in den Northwest Territories. Wer jetzt an Jack London denkt, liegt völlig richtig. 737 km fährt man immer geradeaus durch arktische Gefilde.

Wir schaffen maximal 60 km/h, sonst hüpft das Geschirr aus den Schränken. Etwa alle 200 bis 250 km wollen wir einen Übernachtungsstopp einlegen. Es gibt keine größeren Abzweigungen auf dem Dempster und exakt drei Tankstellen. Dafür fährt man zwischendurch über mehrere Landebahnen für Propellermaschinen. Handyempfang sucht man auch vergebens, wenn man nicht gerade ein Satellitentelefon nutzt. Mit etwas Glück trifft man sogar auf Grizzly-Bären.

Wir freuen uns tierisch auf unser Abenteuer durch das kanadische Hinterland. Angst haben wir keine, nur der Ford muss durchhalten. Das tut er auch, ganze zwei Tage. Am dritten Tag fängt der Motor an, fehlzuzünden. Flammen schlagen aus dem Auspuff des alten Wohnmobils. Durch Kanada kommen wir so jedenfalls nicht mehr.

Road Trip zum Ende der Welt: Inuvik war bis dato der nördlichste Punkt, den wir mit dem Wohnmobil in Kanada erreichen konnten.

Es nützt alles nichts, wir schieben uns im Schneckentempo den Highway hinunter, in der Hoffnung Hilfe zu finden. Einige Stunden später erreichen wir klappernd und knallend das James Creek Maintenance Camp, wo uns die freundlichen Bauarbeiter ihr Telefon leihen. Als wir den CAA (kanadischer ADAC) anrufen, fragt uns die Stimme am anderen Ende der Leitung: ,,Wo sind Sie?“

„Im James Creek Maintenance Camp auf dem Dempster Highway, etwa 70km vor Fort McPherson“

,,Ist das noch in Kanada?“

,, …“

Reale Probleme eines riesengroßen Landes. Darauf sollte sich jeder einstellen, der sich mit dem Wohnmobil durch Kanada bewegt. Die Zusicherung des CAA, dass uns noch heute ein Abschlepper in das etwa 180 Ki­lometer entfernte Inuvik bringen würde, bezweifeln wir stark. Schließlich setzt die Fähre erst morgen wieder über den Peel River nach Fort McPherson.

Wir warten genervt, aber geduldig und unterhalten uns derweilen mit unseren unfreiwilligen Gastgebern. Rob und Will wohnen in Inuvik und Fort McPherson. Sie sind immer im Wechsel 14 Tage im Camp stationiert und dann wieder eine Woche zuhause. Den ganzen Sommer lang. Ihre Aufgabe besteht darin, den Highway und das Camp in Stand zu halten. Die beiden ebnen mit einer großen Planierraupe regelmäßig den Schotter (Grading), um die Wellblechbildung einzudämmen.

Rob und Will kümmern sich um kleinere Reparaturen an den Baumaschinen und um Reisende wie uns, die mit dem Wohnmobil durch Kanada touren und dann bei ihnen stranden. Man kann sich nämlich nicht nur Hilfe, sondern auch Wasser bei ihnen holen. Als wir mit den beiden sprechen, muss der dunkelhaarige Rob ein verunfalltes Motorrad mit seinem großen Pickup einsammeln. Der Fahrer liegt bereits in Inuvik auf der Intensivstation.

Als klar wird, dass heute niemand mehr unser Wohnmobil abschleppen würde, lassen uns die beiden auf dem Hof übernachten. Außerdem werfen sie einen Blick in unser Auto in der Hoffnung, es reparieren zu können. Leider stellen sie dabei fest, dass der Vergaser und die Steuerkette hinüber sind. Will, der ältere der beiden, ruft daraufhin selbst bei dem Abschleppdienst in Inuvik an, um sicherzugehen, dass man uns am nächsten Tag abholen würde. Er kennt die Werkstatt persönlich und der Abschleppwagen kommt tatsächlich gegen Mittag.

Unser gebrechliches Zuhause wird huckepack genommen und wir nehmen im Fahrerhaus Platz. Letztendlich verbringen wir ganze 14 Tage in Inuvik, obwohl wir maximal drei Tage in der 3200-Einwohner-Stadt bleiben wollten. Wie gesagt, so ein Trip mit dem Wohnmobil durch Kanada bringt einem einiges über innere Ruhe bei.

Zum dritten Mal abgeschleppt: Unser Zuhause muss den restlichen Weg nach Inuvik Huckepack getragen werden.

Während wir auf unser Auto warten, gehen wir zum Arbeiten in die städtische Bibliothek. Jeder darf nur 90 Minuten pro Tag surfen. Die Internetverbindung: unglaublich langsam. Aber wir haben ja Zeit, die Ersatzteile werden erst nach ein paar Tagen eingeflogen und die Reparatur dauern dann ebenfalls mehrere Tage. In unserer Zeit dort treffen wir viele interessante Menschen: von indigenen Einwohnern der Gwich’in First Nation und Inuvialuit (Inuit) bis zu temporären Stadtbewohnern, die nur ein paar Jahre dort arbeiten wollen. Es hat sich auch schon herumgesprochen, dass wir hier gestrandet sind.

Unter der taghellen Mitternachtssonne erscheint uns all dies sehr surreal und wir verlieren zwischendurch unser Gefühl für Zeit. Stranden in Inuvik ist in jedem Fall eine einmalige, leicht skurrile Erfahrung, die ich jederzeit wieder auf eine To-Do-Liste für ein Abenteuer mit dem Wohnmobil durch Kanada schreiben würde.

Mount Minto (K’yan in der Sprache der Tlingit) thront über dem glasklaren Atlin Lake.

Digitale Nomaden im Paradies

Schon der kluge Mr. Gump sagte: ,,Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man bekommt.“ Genau wie das Leben auf Reisen. Nicht jede Überraschung endet in einem dramatischen Abenteuer, in dem wir stundenlang irgendwo im Nirgendwo festsitzen. Im Gegenteil, positiv überrascht werden wir des Öfteren auf unserem Roadtrip mit dem Wohnmobil durch Kanada.

Wie unsere Erlebnisse in der Nähe von Atlin, einer Kleinstadt entlang des Alaska Highways in British Columbia. Es war einer dieser perfekten Tage, an dem einfach alles zusammenpasste. Nach unserer Besichtigungstour des nostalgischen Städtchens wollen wir noch etwas weiter gen Süden. Gute 20 km von Atlin haben wir drei Plätze ausgemacht, auf denen man kostenlos campen kann (Wildcampen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Reise). In den Broschüren tauchen immer wieder die Worte Warm Springs auf.

Wir sind neugierig, was es damit auf sich hat. Die Straße besteht wiedermal aus schönstem Schotter und die ersten beiden Campingplätze liegen jeweils malerisch an einem See, aber wir fahren zum dritten Platz. Nur wenige Hundert Meter später biegen wir ab auf eine Lichtung mit saftig grünem Gras. Die Sonne scheint über die Berge im Hintergrund und der natürliche Pool der Warm Springs liegt vor uns. Hier bleiben wir!

Bevor ich mich an mein Arbeitspensum für diesen Tag setzte, tes­ten wir erstmal das Wasser. Mangels Thermometer wissen wir nicht genau, wie warm es ist, aber zumindest wird klar, wieso man die Quellen so benannte. Es sind eben doch nur Warm Springs und keine Hot Springs. Der Teich ist recht flach und von Millionen kleinen krebsähnlichen Tierchen bewohnt, denen wir mächtig egal zu sein scheinen. Nach dem Baden arbeite ich an dem Holztisch in der Sonne und freue mich über dieses hervorragende Outdoor-Büro.

Genau so habe ich mir dieses Leben und Reisen mit dem Wohnmobil durch Kanada vorgestellt. Während ich in der Sonne sitzend konzentriert in die Tasten haue, bemerke ich im Augenwinkel, dass wir Besuch bekommen. Ein Baumstachler (Stachelwein) tapst die Einfahrt entlang, als gehöre sie ihm. Wahrscheinlich stimmt das sogar, denn hier kommt nur selten jemand vorbei. Unbesorgt und schnurstracks geht das kleine Tier auf mich zu, bis es mich schließlich doch bemerkt und verdutzt, aber flink den Rückzug antritt. Mehr Natur geht nicht.

Tierischer Besuch bei der Arbeit: Ein Porcupine (Baumstachler) verläuft sich kurz in unsere Richtung.

Als europäisches Stadtkind, das ich bin, hätte ich mir nie träumen lassen, ein Stachelschwein einmal außerhalb des Tierparks zu sehen. Glücklich und zufrieden schlafe ich an diesem Abend ein, umringt von schneebedeckten Berggipfeln und dem geruhsamen Plätschern der Warm Springs.

Auf unserer Reise wandern wir durch tropenartige Regenwälder und steigen auf die Rocky Mountains. Wir tauchen unsere Zehen vorsichtig in den mit Eisschollen bestückten Arktischen Ozean, stehen bis zu den Knien im Atlantik und schwimmen im Pazifik. Wir schlafen unter funkelnden Sternendecken ein und wachen an sandigen Stränden auf.

Sternenklarer Himmel: In Nordamerika gibt es noch einige Oasen ohne Lichtverschmutzung.

Als unser Nomadenleben nach 18 Monaten endet, will ich nicht wieder zurück in die Berliner Großstadt. Noch immer sehne ich mich manchmal nach der Weite, dem Raum zum Atmen. Das war sicherlich nicht meine letzte Reise mit dem Wohnmobil durch Kanada, ich komme wieder.